1. Mannschaft - SV Walldorf
Fußball-Landesklasse
Meiningen trumpft in Walldorf auf
Ralf Ilgen 01.08.2026 - 20:00 Uhr
Das Stadtderby am ersten Spieltag der Fußball-Landesklasse wird eine klare Sache für den VfL Meiningen. Vor 650 Zuschauern gewinnt er 4:0 beim SV Walldorf.
Spätestens als Julius Benkenstein seinen Kopfball in der 70. Minute zum 0:3 über die Linie gedrückt hatte, war klar, dass der Sieger des Stadtderbys am ersten Spieltag der Fußball-Landesklasse nur VfL Meiningen heißen kann. Zu klar war die Überlegenheit der Theaterstädter vor allem nach der Pause.
Aber bis dahin hatten die Gäste gegen tief stehende und konsequent die Räume im Ballbereich verengende Walldorfer aber viel zu tun. Es war schnell klar, wie die Marschroute der Gastgeber lautet: Kompakt stehen, intensive Zweikämpfe führen und den Gästen möglichst wenig Gelegenheit bieten, im letzten Drittel zum Kombinationsspiel anzusetzen. Bis es dann aber dazu kam, dass die Heimelf auch zu verheißungsvollen Umschaltsituationen fand, dauerte es. Zunächst hatte der VfL viel Ballbesitz und presste früh, wenn Walldorf das Leder unter Kontrolle hatte. Gefahr gab es erstmals nach 14 Minuten, als Volklandt den Ball beim Rauslaufen verpasste, Daneyko von halb rechts abgeschlossen hatte und Braun vor der Linie rettete. Nach der folgenden Ecke kam Richter völlig frei am langen Pfosten zum Kopfball, setzte diesen aber neben das Gehäuse. Auch Benkenstein zielte per Kopf zu zu ungenau.
Walldorf verlor den Ball im VfL-Gegenpressing oft sehr früh, konnte sich aber Mitte der ersten Hälfte etwas befreien. Kost verbuchte den ersten Abschluss der Heimelf, als er nach zu kurz abgewehrter Ecke aus 18 Metern über das Tor schoss. Dann gab es die erste gute Kontergelegenheit für Walldorf. Immer wieder suchte der SV nach Ballgewinn den Weg nach vorne mit langen Bällen. In der 21. Minute war Rutschik der Empfänger, der frei vor dem Tor aber an Schöbel scheiterte. Nach einer knappen halben Stunde eine ähnliche Szene, als es nach Ballgewinn schnell nach vorne ging, aber Möbs die Kugel am langen Pfosten vorbeischob. Nach diesem Wachmacher intensivierte der VfL seine Bemühungen und wurde in der 37. Minute belohnt. Franke zog einen Freistoß von links scharf auf das Tor. Volklandt ließ den kurz vor ihm gefährlich aufsetzenden Ball nach vorne prallen, Huber lauerte und staubte ab (0:1/37.). Das war auch der Pausenstand, wobei es kurz vor dem Seitenwechsel erstmals hitzig wurde. Daneyko und Röhrig gerieten aneinander und kassierten beide Gelb.
Nach dem Seitenwechsel übernahm der VfL schnell wieder das Kommando und kam auch zu Chancen. Daneyko verfehlte das Tor (49.) und Gromm war kurz darauf zu uneigennützig, als er in guter Position noch mal abspielte, statt selbst abzuschließen. Fast schon folgerichtig fiel nach der schönsten Kombination des Spiels auch schnell das 0:2. Auf rechts kam der Ball zu Gromm. Der passte in den Strafraum, wo Strauß die Kugel nach hinten klatschen ließ und Franke schlenzte das Leder aus 14 Metern in den linken oberen Torwinkel (52.). Das zog den Walldorfern schon den Stecker, die sich spielerisch weiter schwertaten. Selten gelang es, den Ball in der gegnerischen Hälfte zu behaupten. Auch wenn Hahnemann immer an den Ketten zerrte, kam in Sachen Chancen nicht viel raus. Bezeichnend war ein Freistoß aus guter Position, der in der Mauer landete (70.). Anders auf der Gegenseite, wo der VfL jetzt seine Überlegenheit ausspielte. Samimi scheiterte noch am Innenpfosten (67.), ehe das eingangs geschilderte 0:3 fiel. Franke leistete per Freistoßflanke aus Linksaußenposition seinen zweiten Assist an diesem Tag und Benkenstein schraubte sich höher als alle anderen.
In den verbleibenden Minuten spielte der VfL die Partie gegen nie aufsteckende Walldorfer souverän nach Hause. Auch die eingewechselten VfL-Spieler fügten sich gut ins Offensivspiel der Gäste ein. Wie Lennox Döll, der das Tor aus der Distanz nur knapp verfehlte (74.). Scheinbar hatte er da aber nur mal Maß genommen, denn sein zweiter Versuch saß – und das sehenswert. In der 86. Minute zog er ansatzlos aus 25 Metern ab und die Kugel rauschte zum 0:4-Endstand ins Netz. Auf der Gegenseite kam auch Hahnemann noch mal zum Abschluss, aber wieder ohne Erfolg. Letzter Höhepunkt der Partie war ein negativer. Braun ließ sich zu einem Schlag gegen Weber hinreißen und sah dafür die Rote Karte. Kurz darauf pfiff der Unparteiische das Spiel ab.
Stimmen zum Spiel
Steven Abé, Trainer SV Walldorf:
Unser Matchplan ist bis kurz vor der Pause ganz gut aufgegangen. Wir wollten tief stehen und auf Konter lauern, weil klar war, dass wir spielerisch Nachteile haben. Das haben die Jungs ganz gut gemacht und Meiningen hat sich spielerisch erst mal schwergetan. Wir hatten auch zwei, drei sehr gute Umschaltsituationen, haben da unsere Chancen aber leider nicht genutzt. Der Sieg des VfL geht am Ende aber natürlich in Ordnung. Da hat man in der zweiten Hälfte die Qualität gesehen. Zudem hat man auch gemerkt, dass unser Spiel in der ersten Hälfte sehr intensiv war. Deswegen wurde das Ergebnis am Ende auch etwas zu deutlich.
Marcel Kißling, Trainer VfL Meiningen:
Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Man hat aber gesehen, dass in der ersten Hälfte in unserem Spiel noch viel Sand im Getriebe war. Das müssen wir abstellen. So hatten wir vor der Pause auch einige brenzlige Szenen zu überstehen. Auch wenn wir in Rückstand geraten wären, habe ich das Vertrauen in die Mannschaft, dass wir es noch gedreht hätten. Insgesamt war der Sieg verdient und nach der Pause haben die Jungs das dann auch sehr gut gemacht. Sehr zufrieden bin ich damit, wie sich unsere Neuzugänge schon integriert haben.
Anakin Volklandt, Torhüter SV Walldorf:
Der Meininger Sieg geht in Ordnung. Wir hatten aber vor der Pause einige sehr gute Konterszenen, die wir dann aber nicht gut zu Ende gespielt haben. Beim ersten Gegentor setzt der Ball kurz vor mir auf und ist so schwer zu halten. Es sieht aber natürlich immer blöd aus, wenn er dann nach vorne abprallt. Aber wir müssen weitermachen. Ich fühle mich sehr wohl in Walldorf, habe es jetzt auch nicht mehr so weit zum Training wie voriges Jahr. Ich bin gut aufgenommen worden und habe viel Spaß mit den Jungs.
Lorenz Daneyko, VfL Meiningen:
Das war ein körperlich sehr intensives Spiel. Bis auf die Rote Karte war es aber fair. Wir haben uns zuerst schwergetan, es dann aber sehr gut gemacht und deswegen auch verdient gewonnen. An unserem Auftritt heute, vor allem nach der Pause, hat man gesehen, dass wir auf den ersten Platz wollen.