Wetten auf den eigenen Verein: Was dürfen Amateur- und Profisportler eigentlich?

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KI generiertes Symbolbild

Darf ein Fußballer auf den Sieg seines eigenen Vereins wetten, wenn er selbst gar nicht auf dem Platz steht? Die Frage klingt zunächst nach einem Fall für den gesunden Menschenverstand. Tatsächlich ist sie Teil eines deutlich engeren Regelwerks, als viele vermuten. Denn für Sportler gelten beim Thema Wetten andere Maßstäbe als für Zuschauer oder Fans. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob ein Spieler selbst in einer Partie aufläuft. Wo genau die Grenzen verlaufen, hängt von den Regeln des jeweiligen Wettbewerbs und Verbands ab – und auch davon, ob es um Sportrecht oder um Glücksspielrecht geht. 

Mehr als die eigene Partie

Für Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche und Schiedsrichter gelten im Fußball besondere Wettregeln. Wer zu einem Verein gehört, darf das Verbot für die eigene Partie nicht einfach umgehen, indem er auf eine andere Begegnung desselben Wettbewerbs setzt. Auch Spiele anderer Mannschaften desselben Vereins können erfasst sein. Der Deutsche Olympische Sportbund formuliert den Grundsatz sportartenübergreifend ähnlich: Verboten sind Wetten auf eigene Wettbewerbe sowie auf Wettbewerbe, an denen andere Teams des eigenen Vereins, Verbandes oder der Organisation teilnehmen.

Die Grenze betrifft zudem nicht nur den Wettschein. Wer durch seine Tätigkeit über nicht öffentliche Informationen verfügt, darf diese nicht für Wettzwecke weitergeben. Auch die Weitergabe an Dritte kann damit zum Regelverstoß werden. Entscheidend ist der mögliche Interessenkonflikt: Wer selbst Teil des sportlichen Geschehens ist, hat Kenntnisse und Einflussmöglichkeiten, die einem gewöhnlichen Zuschauer fehlen.

Zwei verschiedene Rechtsfragen

Ob eine Wette zulässig ist, lässt sich nicht allein mit einem Blick auf das Glücksspielrecht beantworten. Das Sportrecht fragt, was ein beteiligter Sportler darf. Das Glücksspielrecht regelt dagegen, welche Wetten in Deutschland überhaupt angeboten werden dürfen.

Das gilt für Sportwetten ebenso wie für andere Glücksspielformen. Ein Profisportler darf nicht allein deshalb kein Casino besuchen oder privat an einem Glücksspiel teilnehmen, weil er Profisportler ist. Zusätzliche Einschränkungen können sich allerdings aus individuellen Verträgen, Verbandsregeln oder internen Vorgaben ergeben. 

Für die Anbieter hat sich der Markt in den vergangenen Jahren stark ins Internet verlagert: Sportwetten, Online-Casinos, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker sind heute digital erreichbar und wie auf casino-groups.com zu lesen ist, gibt es international große Unterschiede. In Deutschland benötigen Anbieter dafür eine entsprechende Erlaubnis; die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt eine amtliche Whitelist zugelassener Angebote. Casino Groups beschreibt verschiedene Lizenzmodelle, bei global agierenden Anbietern sind nicht selten Angebote aus dem Bereich Sportwetten mit virtuellen Casinospielen verknüpft.

Die GGL weist ausdrücklich darauf hin, dass Glücksspielrecht in der Europäischen Union nicht harmonisiert ist. Ein im Ausland zulässiges Wettangebot kann deshalb dort anderen Regeln unterliegen. Für Spieler in Deutschland macht das die Wette allerdings nicht zu einem erlaubten deutschen Sportwettangebot.

Für den Amateursport kommt rechtlich eine Besonderheit hinzu. Nach § 21 des Glücksspielstaatsvertrags sind Sportwetten auf Veranstaltungen, an denen ausschließlich oder überwiegend Amateure teilnehmen, grundsätzlich nicht erlaubt. Eine Ausnahme gibt es für national oder international bedeutsame sportliche Großereignisse. Ebenfalls ausgeschlossen sind Sportwetten, die in erheblichem Maß manipulationsanfällig sind oder die Integrität des Wettbewerbs gefährden. Das Gesetz nennt ausdrücklich Ereignisse, deren Ausgang ein Teilnehmer selbst willkürlich herbeiführen kann.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder nennt im Fußball als praktische Orientierung Wettbewerbe unterhalb der 3. Liga. Ihre Vorgaben betreffen dabei das erlaubte Wettangebot in Deutschland. Das Sportrecht setzt daneben eigene Grenzen für diejenigen, die selbst am Wettbewerb beteiligt sind. Mehr Informationen zur rechtlichen Zulässigkeit von Wetten finden sich auf https://www.gluecksspiel-behoerde.de/de/news/fussball-wm-2026-ggl-warnt-vor-teilnahme-an-illegalen-sportwetten.

Gerade im Amateurfußball wird diese Unterscheidung relevant. Ein Spieler aus einer unteren Liga kann nicht daraus schließen, dass für ihn weniger strenge Regeln gelten, weil er kein Berufssportler ist. Die Integritätsregeln des Sports können auch ihn erfassen. Der Deutsche Olympische Sportbund formuliert den Grundsatz für Athletinnen und Athleten allgemein; im Fußball kommen die jeweiligen Verbandsordnungen hinzu.

Wann wird es strafbar?

Ein Verstoß gegen ein sportliches Wettverbot ist nicht automatisch eine Straftat. Für Sportwettbetrug nach § 265c StGB müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein: Ein Sportler oder Trainer muss einen Vorteil dafür fordern, sich versprechen lassen oder annehmen, dass er den Verlauf oder das Ergebnis eines Wettbewerbs zugunsten des Gegners beeinflusst und damit ein rechtswidriger Vermögensvorteil über eine öffentliche Sportwette erzielt werden soll. Dafür drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

§ 265d StGB stellt unter bestimmten Voraussetzungen die Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe unter Strafe. Auch hier reicht der bloße Abschluss eines verbotenen Wettscheins nicht aus. Entscheidend ist die Verbindung von Vorteilsvereinbarung und wettbewerbswidriger Einflussnahme. Wer entgegen den Verbandsregeln wettet, begeht damit also nicht automatisch Sportwettbetrug. Wer für einen vereinbarten Vorteil einen Wettbewerb manipuliert, kann sich dagegen zusätzlich strafbar machen.

Kleine Spiele, großes Risiko

Besonders sensibel ist der Amateurbereich, weil internationale Wettmärkte detaillierte Live-Daten zu Spielen erfassen. Selbst einzelne Vorgänge während einer Partie können zum Gegenstand von Wetten werden. Für Beteiligte entstehen dadurch besondere Risiken, weil sie solche Vorgänge unmittelbar beeinflussen können.

Der Glücksspielstaatsvertrag setzt deshalb bereits vor einer nachgewiesenen Manipulation an: Besonders manipulationsanfällige Wettmärkte dürfen nicht angeboten werden. Auch Livewetten sind in Deutschland auf das Ergebnis und wenige, seltene Ereignisse beschränkt. Deutsche Anbieter dürfen bestimmte Amateurspiele nicht anbieten. Der internationale Wettmarkt erfasst solche Spiele dennoch: Recherchen des Bayerischen Rundfunks zeigten, dass deutsche Amateurspiele von Datenscouts erfasst und die Daten für internationale Wettangebote genutzt werden.

Wie weit Wettverbote reichen, ist international unterschiedlich. England geht besonders weit: Die Football Association untersagt den erfassten Teilnehmern bestimmter Ligen weltweit Wetten auf Fußball. Das gilt auch für Spiele und Wettbewerbe außerhalb Englands. Erfasst werden zudem fußballbezogene Vorgänge wie Transfers, Trainerverpflichtungen oder Mannschaftsaufstellungen. Auch indirekte Wetten und Wetten über Dritte sind untersagt.

Die eigentliche Grenze

Für Sportler stellt sich die Frage nach einer möglichen Manipulation oft gar nicht erst. Zuerst geht es darum, ob sie auf den betreffenden Wettbewerb überhaupt wetten dürfen – auch wenn der Wettschein heute mit wenigen Klicks digital platziert ist.

Für Profis ist die eigene Mannschaft eine klare Verbotszone; je nach Sportart und Verband kann das Verbot weiter reichen. Amateure haben nicht automatisch mehr Spielraum. Im deutschen Glücksspielrecht kommt hinzu, dass Sportwetten auf Veranstaltungen mit ausschließlich oder überwiegend Amateuren grundsätzlich nicht angeboten werden dürfen. Das Wettverbot setzt damit vor der Manipulation an: Es soll bereits den Interessenkonflikt verhindern, der entsteht, wenn jemand auf einen Wettbewerb wettet, an dem er selbst beteiligt ist.

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