1. Mannschaft - FSV Wacker 03 Gotha
Fußball-Landesklasse
Aljija trifft aus 45 Metern
Ralf Ilgen 07.08.2026 - 22:00 Uhr
Im Freitagabendspiel der Landesklasse 3 schlägt der VfL Meiningen in einer in der Schlussphase turbulenten Partie Wacker Gotha 2:0. Warum war es bis zum Ende spannend?
Ein Sonntagsschuss fast von der Mittellinie und ein Treffer in der Nachspielzeit bringen dem VfL Meiningen den zweiten Sieg im zweiten Spiel der neuen Saison in der Fußball-Landesklasse.
In einer von viel Taktik geprägten Anfangsphase tat sich vor den Toren kaum etwas. Es war zunächst einmal Fehlervermeidung angesagt. Wacker ließ den VfL in der eigenen Hälfte gewähren und störte erst ab der Mittellinie. Dort gelang es den Gästen aber immer wieder, Sand ins Meininger Angriffsgetriebe zu streuen. Die Marschroute, bei Ballgewinn schnell umzuschalten und so den Weg zum Tor zu suchen, ging für Wacker erstmals nach zwölf Minuten auf. Ein langer Diagonalpass fand El Antaki, der beim Abschluss aber noch von Gromm erfolgreich bedrängt wurde und die Kugel so aus halblinker Position am langen Pfosten vorbei setzte. Kurz darauf war die Gothaer Taktik hinfällig, denn der VfL ging mit dem ersten Torschuss in Führung. Aljija eroberte den Ball im Mittelkreis, lief noch zwei Schritte und schoss das Leder dann aus gut und gerne 45 Metern über den an der Strafraumgrenze stehenden Wacker-Schlussmann in den Winkel des Gothaer Tores.
Ab da war es eine andere Partie, die eine aktivere Gästemannschaft sah. In der 18. Minute musste Schöbel vor dem Strafraum gegen Heinrich klären. Ansonsten hatte die Defensive der Theaterstädter aber meist alles im Griff. Nur einmal entwischte ihr Burkhardt, der nach 26 Minuten freie Bahn hatte. Davon wohl zu überrascht, fiel sein Abschluss aber harmlos aus. Bis zur Pause musste VfL-Schlussmann Schöbel nur noch einmal eingreifen, als ihm ein abgefälschter Schuss von Tarek Wolter genau in die Arme fiel. Der VfL hatte dagegen einige sehr gute Szenen, die aber im letzten Drittel nicht gut ausgespielt wurden. Nach 37 Minuten dann doch fast das 2:0, als Döll links im Strafraum zwei Gegner austanzte, aber aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf.
Wacker wird stärker
Nach der Pause arbeitete Meiningen weiter gut gegen den Ball. Wacker hatte jetzt viel mehr Ballbesitz als noch zu Beginn, kam aber aus dem Spiel heraus selten ins letzte Drittel. Die Gastgeber hatten einige gute Konterchancen. So schoss Landgraf aus halblinker Position über das Tor. Nach 65 Minuten war das 2:0 fällig. Landgraf bediente uneigennützig Daneyko. Der täuschte zunächst einen Schuss an, brachte dann aber den Ball nicht am schon am Boden liegenden Wacker-Schlussmann vorbei und setzte frei stehend dann den Nachschuss über das Tor.
So blieb es spannend und Gotha wurde immer stärker. Pyterke klärte vor El Antaki (71.) und der Kopfball von Kehr strich über das Tor (72.). Auch etliche Standards sorgten für Gefahr. Der VfL schafft nur selten echte Entlastung, weil die Konter schlecht ausgespielt wurden. Glück hatte die Heimelf, als Brinschwitz seinen Nachschuss nach zu kurz abgewehrtem Freistoß aus zehn Metern über den Kasten setzte (79.). In der 86. Minute dann die umstrittenste Szene der Partie. El Antaki wurde aus dem Mittelfeld angespielt und prallte beim Versuch, an den Ball zu kommen, mit dem herauslaufenden Meininger Schlussmann zusammen. Die Pfeife des Unparteiischen, der insgesamt viel laufen ließ, blieb stumm. Über einen Elfmeterpfiff hier hätte sich sicherlich kein Meininger beschweren können. Zu Beginn der Nachspielzeit dann die Entscheidung. Dietsch klärte zunächst im eigenen Fünfmeterraum beim Kopfball von Brinschwitz auf der Linie und legte nach feinem Solo im direkten Gegenangriff für Grahmann auf, der aus zwölf Metern den 2:0-Endstand erzielte. So bleibt der VfL Meiningen mit zwei Siegen aus den ersten beiden Saisonspielen weiter Verlustpunktfrei und ohne Gegentor