1. Mannschaft - FC 02 Barchfeld
Die tapferen Meininger Schneiderlein
Von Patrick Marr
Barchfeld. Sieben auf einen Streich – der VfL Meiningen findet nach dem Aus im Landespokal auf beeindruckende Art wieder zu seiner Stärke zurück und steht nach vier Spieltagen in der Landesklasse weiterhin ohne Gegentreffer da.
Das Auswärtsspiel in Barchfeld meisterten die Meininger am Ende souverän und behaupteten durch den 7:0-Erfolg die Tabellenführung
in der Landesklasse-Staffel 3. Nach der Roten Karte gegen Leon Baier zerfiel der Gastgeber förmlich und die Theaterstädter
konnten noch vier Tore nachlegen. Barchfeld, wie auch der Gast, musste auf vier bis fünf Stammspieler verzichten, nur dass
die Theaterstädter dies besser kompensieren konnten und auch noch über eine gut besetzte Bank verfügten. Anders bei den Einheimischen, die auf Spieler der Reserve und der Alten Herren zurückgreifen mussten. Bereits nach zehn Sekunden Spielzeit
hätte Daneyko für die Gästeführung sorgen müssen, als er einen Pass von Grahmann erlief, aber an Teubert scheiterte. Aber auch
Barchfeld hatte nur wenig später die erste Gelegenheit, doch Baumann verzog in aussichtsreicher Position. Nachdem Teubert in
der 10. Minute auch von Franke mit einem Freistoß von der Mittellinie nicht überwunden werden konnte, half der Gastgeber beim
0:1 kräftig mit. Tenner rutschte in eine Hereingabe von Franke und beförderte das Leder vor seinem Keeper ins eigene Tor (14.).
Mitte der ersten Hälfte fiel das 0:2 nach einem Fehler von Teubert, der zu zögerlich beim Rauslaufen agierte und Daneyko aus
Nahdistanz traf (22.). Meiningen ließ gekonnt Ball und Gegner laufen, ließ aber die Konsequenz in der Chancenverwertung vermissen,
um noch vor dem Wechsel für die endgültige Entscheidung zu sorgen. So kam auch Barchfeld zu Gelegenheiten, wie dem
Schlenzer von Hoßfeld, den Tobias Blochberger im VfL-Kasten mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken konnte. Auf der
Gegenseite wurde noch ein weiterer Freistoß von Franke gefährlich, der nur knapp den oberen Torwinkel verfehlte.
Die Führung zur Pause war trügerisch, was auch Trainer Kißling in der Kabine seiner Mannschaft mit auf den Weg gab, denn
die letzte Viertelstunde gefiel ihm nicht und ein Treffer des Platzbesitzers hätte das Spiel auf den Kopf stellen können. Diese Worte
mussten geholfen haben, da von nun an die Meininger hoch konzentriert agierten und immer wieder den kürzesten Weg zum Tor
suchten. Schnell fiel das 0:3 durch Daneyko, der nach einem Steckpass wieder frei vor Teubert auftauchte und diesmal eiskalt vollendete
(49.). Der VfL versuchte nun mit Direktkombinationen den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken und erspielte sich einige
gute Möglichkeiten, doch Torhüter Teubert avancierte zum besten Barchfelder Akteur an diesem Tag. In der 65. Minute dann
das vermeintliche Foul von Leon Baier an Samimi, als Schiedsrichter Hanekamm ohne zu zögern die Rote Karte – zur Verwunderung
der meisten auf und neben dem Feld – zückte. Kurz darauf wurde auch Barchfelds Co-Trainer Stefan Volkert des Feldes verwiesen.
Leichtes Spiel in Überzahl Im Anschluss nutzte der VfL die sich bietenden Räume und erzielte vier weitere Treffer.
Zunächst war es Pyterke , der im Eins-gegeneins die Nerven behielt (71.), ehe Jacobs die Vorlage von Samimi zum 0:5 nutzte (76.).
Letzterer hätte kurz davor schon erhöhen können, scheiterte aber am gegnerischen Keeper, wie auch Grahmann und Jacobs wenig
später. Beim 0:6 war der ebenfalls eingewechselte Weber der Vorlagengeber für Franke, der freistehend aus zehn Metern den
Ball überlegt in den Winkel setzte (80.), ehe Landgraf mit einem Freistoß den Schlusspunkt besorgte (89.). „Natürlich bin ich zufrieden
mit dem Ergebnis und vor allem, dass wir auch wieder hinten sicher standen und die Null steht. Mit dem Spiel meiner Mannschaft
war ich heute dreißig Minuten in der ersten Hälfte zufrieden, ehe sich unnötige Ballverluste einschlichen durch unseren
Schlendrian in manchen Situationen. Das 3:0 fiel zum richtigen Zeitpunkt, ab da haben wir das Spiel dominiert und sehenswerte Tore
erzielt“, so VfL-Trainer Marcel Kißling.
Die tapferen Meininger Schneiderlein