SPIEL VERLOREN, VERGLEICH GEWONNEN
HANDBALL-OBERLIGA Für die SG Auerbach/Pegnitz läuft alles auf ein Abstiegsfinale am letzten Spieltag hinaus.
Harald Weidmann
„Die Saison in einer Nussschale.“ Nach einem Zitat aus Shakespeares Hamlet entwickelte sich der vergangene Spieltag in dieser ungewöhnlichen Spielzeit der Handball-Oberliga Nord. Nachdem am Samstagnachmittag der HC Erlangen III mit einem Sieg gegen die HSG Lauf/Heroldsberg die Meisterschaft endgültig klar gemacht und die „Tigerenten“ noch tiefer in den Abstiegsstrudel gestoßen hatte, unterlag kurz darauf der HC Forchheim bei der HSV Hochfranken und kürte damit die DJK Rimpar II zum sicheren Vizemeister.
Durch den Sieg der Handballsportvereinigung wiederum fiel die HSG Rödental/Neustadt zwischenzeitlich auf den ersten Abstiegsplatz und Hochfranken sprang über die Linie ins untere Mittelfeld. Ob Rimpar vor seiner Niederlage beim MTV Stadeln vom gesicherten Rang zwei wusste und ob sich das auf das Spiel auswirkte, lässt sich schwer sagen. Dass die „Storks“ besser als ihr Tabellenplatz sind, hat auch die SG Auerbach/Pegnitz eine Woche zuvor am eigenen Leib erfahren.
Diese hatte zuvor in Neustadt klar mit 34:40 verloren, was die HSG zurück in die Nichtabstiegszone brachte. „Es war ein schweres Auswärtsspiel ohne Harz, was wir von Beginn an deutlich gespürt haben. Topscorer Wolf hatten wir gut im Griff. Durch unsere konsequente Attacke im Angriff kassierte er früh zwei Zeitstrafen und musste danach deutlich vorsichtiger agieren. Mit der Manndeckung gegen ihn wurden die Räume größer und anspruchsvoller zu verteidigen“, fasste David Klima zusammen. „Obwohl wir mehrfach starke Abwehraktionen hatten, führten individuelle Unkonzentriertheiten immer wieder zu einfachen Gegentoren. Rödental kam zu oft zu leicht an den Sechsmeterraum und konnte unbedrängt abschließen. Im Angriff fanden wir häufig gute Lösungen, der Ball lief geduldig bis zur besten Wurfoption. Dennoch fehlte uns vor allem in der ersten Halbzeit und in den letzten zehn Minuten die nötige Ruhe im Abschluss, wodurch wir zu viele klare Chancen liegen ließen“, sagte Klima.
Um zumindest den direkten Vergleich zu sichern - das Hinspiel gewann die SG mit 39:32 -, stellte sie bei einem Rückstand von acht Toren auf offene Manndeckung um. „Das brachte uns zwei hart erkämpfte Ballgewinne, die wir über zwei Siebenmeter von Maxim Pankraz in minus sechs umgewandelt haben“, erzählte Klima. Trotz der Niederlage zeigte die Mannschaft Moral, erreichte ihr Minimalziel und machte möglicherweise sogar ohne Punkte einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt. Erst später am Abend zeigte sich, dass der Schritt größer als erwartet war.
Denn der TSV Roßtal sorgte mit einem Sieg beim TV Marktsteft dafür, dass der Rückstand der „Green Boys“ auf die SG bei vier Punkten blieb. Ein weiterer Fall für den direkten Vergleich, der erneut zugunsten Auerbachs ausfällt. Damit läuft alles auf das letzte Spiel der Saison hinaus, denn das Team um Nicholas Neupert und Daniel Schalanda könnte sogar zwei Niederlagen in Forchheim und Rimpar verkraften und müsste „nur“ das Heimspiel gegen Schlusslicht DJK Waldbüttelbrunn II (WaBü) gewinnen.
Klingt zunächst einfach, da die Unterfranken noch keinen einzigen Zähler haben. Es ist aber nicht zu erwarten, dass sie das Spiel abschenken, zumal sie am Samstag bei der SG Helmbrechts/Münchberg noch in der 45. Minute (23:23) den ersten Punkt vor Augen hatten. Die sicherste Variante für die Blau-Weißen wäre daher ein Sieg am kommenden Samstag in Forchheim.