Kantersieg im Landkreis-Derby

SG Auerbach/Pegnitz
27. Okt. 2026

HANDBALL Zur Pause mit 22:18 vorne, überrennt die SG Auerbach/Pegnitz den Aufsteiger im zweiten Durchgang.

Harald Weidmann

„Derby-Sieger! Derby-Sieger!“ Während die Freude auf Seiten der SG Auerbach/Pegnitz nicht zu überhören war, bekamen die Gäste vom HC Sulzbach-Rosenberg (HCS) eine erste, vermutlich ermutigende „Kopf hoch!“-Einschätzung ihres Trainers Michael Klose. Der Aufsteiger hatte soeben seinen „Willkommen in der Oberliga“-Moment erlebt und nach einem vielversprechenden Start in die Handball-Saison die zweite, diesmal bittere Niederlage einstecken müssen. Als Zeichen der Überlegenheit der SG leuchtete ein auch in der Höhe verdientes 42:30 von der Anzeigentafel.

„Heute hat das eindeutig bessere Team gewonnen“, so das Fazit von HCS-Co-Trainer Daniel Luber. „Auerbach war auf allen Positionen besser besetzt.“ Speziell das Torhüterduell ging dabei an Blau-Weiß. „Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff auf den Gegner bekommen und hatten deshalb auch keinen Rückhalt durch die Torhüter.“ Dabei waren die Vorzeichen auf Seiten der SG nicht allzu positiv. Zwar war Thomas Raß glücklicherweise wieder dabei, doch Linkshänder Paul Himml hatte sich im letzten Training an der Wurfhand verletzt und saß als Betreuer auf der Bank, beide Torhüter hatten unter der Woche wegen Virusinfekten nur eingeschränkt trainiert und David Klima war die ganze Woche erkältet ausgefallen.

Dennoch gelang der SG ein schneller Start mit zwei Toren von Klima und einer Parade von Max-Anton Seiffert (2:0). Früh merkte man Jahn Attije, der unermüdlich jede Eins-gegen-eins-Situation suchte, wie auch den Rohrbach-Brüdern an, dass die Partie gegen ihr Ex-Team besondere Emotionen weckte. Als Klima in der achten Minute zum 5:2 traf, deutete sich scheinbar eine Vorentscheidung an. Doch der Schein trog, denn die Gäste kamen, angetrieben von Nino Heckerott und Aleksa Micovic, besser ins Spiel und schafften bis zur 13. Minute zweimal den Ausgleich (8:8). Eine wache Abwehr und mehrere Paraden von Seiffert brachten der SG einen 4:0-Zwischenspurt (12:8), und als der Torhüter in der 22. Minute auch noch einen Strafwurf entschärfte, war auf Seiten der Gäste ein erster Knick zu spüren. Der Vorsprung blieb aber bis zur Pause konstant (22:18).

„Ich war sehr nervös“, gab Philipp Schloß zu. Schließlich stand er in der zweiten Hälfte seinem ehemaligen Team gegenüber. „Rudi (Torwarttrainer Raul Adam) hat gesagt, ich soll einfach rausgehen und zeigen, was ich kann.“ Leichter gesagt als getan, doch der junge Torhüter war zur Freude der gut besetzten Ränge sofort im Spiel. Spätestens als er in der 41. Minute seinen zweiten Strafwurf und danach einige freie Bälle entschärft hatte, war die Gegenwehr der Gäste gebrochen. „Ich wusste nicht, ob ich die Paraden gegen den alten Verein feiern sollte, aber die Emotionen waren stärker“, so Schloß.

Der Vorsprung der SG wuchs, die vergleichsweise kleine „Rote Wand“ war kaum noch zu hören und die nun ohne Selbstvertrauen vorgetragenen Angriffe des HCS waren nur selten von Erfolg gekrönt. Dass wieder einmal Franz Lux das letzte Tor des Spiels erzielte, ging im Siegestaumel unter. Bei aller Freude wollte Trainer Daniel Schalanda den klaren Derby-Sieg nicht überbewerten. „Sulzbach ist neu in der Liga. Sie sind ein gutes Team, das mit wachsender Erfahrung eine gute Saison spielen und sicher den Klassenerhalt schaffen wird.“

Die anstehende Pause bis zum 7. November gibt der SG ausreichend Gelegenheit, sich auf die Auswärtspartie bei der DJK Waldbüttelbrunn vorzubereiten.

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