KAMPF BIS ZUR SCHLUSSSIRENE
HANDBALL Der Punkt aus dem gerechten Remis nutzt dem MTV Stadeln weniger als der SG Auerbach/Pegnitz.
Harald Weidmann
Ähnlich wie im Hinspiel war die Oberliga-Partie zwischen dem MTV Stadeln und der SG Auerbach/Pegnitz über die gesamte Dauer eng, und man konnte nicht vorhersehen, wer letztlich siegen würde. Hatte in Auerbach der MTV die meiste Zeit knapp geführt, lag diesmal die SG konstant in Front. „Wir verschlafen die ersten Minuten und sind dann ständig im Aufholmodus“, sagte Co-Trainer Marius Fuchs, der einen Großteil des Coachings übernahm.
Die Gäste hatten ein ganz anderes Problem. Zwar freute man sich über die Rückkehr von Alexander Tannenberger und Paul Neuß, dafür musste man neben Jan Rohrbach auf Jahn Attije wegen einer Schulterverletzung und Thomas Raß wegen eines fieberhaften Infekts verzichten. Dafür brachte erneut Matthias Schnödt all seine Erfahrung speziell in der Defensive ein und konnte auf vorgezogener Position den Spielfluss des MTV oftmals erfolgreich stören. Dreh- und Angelpunkt bei den in Bordeaux-Weiß spielenden Gästen war wieder einmal David Klima.
„Einen wie ihn kannst du nicht dauerhaft kontrollieren. Er macht das richtig gut“, sagte Marius Fuchs. So warf Klima sein Team bis zur fünften Minute mit drei Toren am Stück in Führung. Eine aggressive Abwehr und ein guter John Martin im Tor taten ein Übriges dazu, dass es zunächst aussah, als könnte die SG früher als im Hinspiel für die nötige Sicherheit sorgen. Doch weit gefehlt. Die „Storks“ ließen sich selbst durch einen vergebenen Strafwurf nicht beeinflussen und kämpften sich ins Spiel.
Da auch sie sich in der Defensive von ihrer besten Seite zeigten, entwickelte sich trotz der schnellen Gästeführung ein zunächst torarmes Spiel, und es dauerte bis zur 15. Minute, bis erstmals der Ausgleich fiel (4:4). Von da an sah man ein Spiel auf Augenhöhe mit Gästen, die ein Tor vorlegten, und einem Heimteam, das sofort antwortete. Spielverlauf und Pausenstand (12:12) versprachen eine spannende zweite Hälfte. Die zweiten 30 Minuten verliefen dann auch ähnlich wie der erste Durchgang. Die SG legte ein, zwei, in der 52. Minute sogar drei Tore vor (22:25), doch der MTV nutzte jeden Gästefehler und die sich bietenden Chancen und glich wieder aus. Nachdem die Gäste 30 Sekunden vor Schluss beim Stand von 27:27 eine gute Gelegenheit auf die Führung vergaben und die „Storks“ eine Sekunde vor Ultimo einen Freiwurf nicht nutzten, war die Messe gelesen.
Wie im Hinspiel war auch diesmal die SG zufriedener mit dem Ergebnis. „Auswärtspunkte sind immer gewonnene Punkte“ brachte Matthias Schnödt die Stimmung der Gäste auf den Punkt. Marius Fuchs und sein Team dagegen konnten ihre Enttäuschung kaum verbergen. „Nur ein Punkt ist im Abstiegskampf zu wenig“ so Fuchs. „Wir hatten uns heute mehr erhofft, deshalb ist es eindeutig ein verlorener Punkt. Es wird eng für uns, dabei hätten es die Jungs verdient, dass wir drin bleiben und uns weiterentwickeln könnten.“
Bitter sei auch der verlorene direkte Vergleich, der natürlich bei der SG positiv gesehen wird. „Roßtal, Lauf, Marktsteft und jetzt Stadeln, alle direkten Vergleiche gehen an uns“, so Matthias Schnödt. Während die „Storks“ auf dem vorletzten Platz verharren und nächste Woche beim HC Forchheim antreten, empfängt die SG als Fünfter am Sonntag die HSV Hochfranken. Es bleibt spannend.