[Herren 1] „Nordpfälzer Wölfe“ haben sich einiges vorgenommen
Langsam läuft das Training der Herren der Handball-Region Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim wieder an. Spielertrainer Dimitri Kerber hat noch einiges vor.
Nach Abschluss der Hinrunde belegen die Herren der Handball-Region (HR) Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim mit 12:10 Punkten den fünften Platz in der Verbandsliga. Für die Rückrunde will Spielertrainer Dimitri Kerber den Blick nach oben richten und in der Tabelle noch den ein oder anderen Platz nach oben klettern, um sich für die eingleisige Verbandsliga in der kommenden Spielzeit zu qualifizieren.
Für die „Nordpfälzer Wölfe“ waren in dieser Saison viele Dinge anders als gewohnt. Nicht nur, dass der langjährige Trainer Johannes Finck den Staffelstab an seinen Nachfolger Dimitri Kerber weitergereicht hatte, auch die gegnerischen Mannschaften waren für die HR neu und unbekannt. Wegen des Zusammenschlusses der Handballverbände Pfalz und Rheinhessen zum Handballverband Rheinhessen-Pfalz gibt es in dieser Spielzeit einmalig zwei Verbandsligen. Gemeinsam mit der HSG Eckbachtal 2 spielen die „Wölfe“ ausschließlich auf rheinhessischem Terrain. Dabei musste sich die HR nicht nur an neue Hallen und neue Mannschaften gewöhnen, sondern auch an eine andere Spielweise.
25 Spieler eingesetzt
„In Rheinhessen wird deutlich körperbetonter gespielt als in der Pfalz. Das ist fast noch die alte Schule“, meint Spielertrainer Dimitri Kerber, der im Laufe der Vorrunde aufgrund vieler Verletzungen zum Improvisieren gezwungen war. In den bisherigen elf Spielen setzte er 25 Spieler ein. „Durch die Verletzungsmisere waren wir ein Stück weit dazu gezwungen, viele Spieler einzusetzen, allerdings ist das auch der Weg, den wir gehen wollen. Wir wollen vielen jungen Spielern Einsatzzeiten geben, um zu schauen, wohin es noch gehen kann“, meint Kerber.
Nach einem famosen Saisonstart mit vier Siegen in Folge rutschten die „Wölfe“ im Laufe der Hinrunde aus der Spitzengruppe ins Mittelfeld der Verbandsliga. Chancenlos, so Kerber, sei seine Mannschaft aber nur in den Spielen gegen Ober-Hilbersheim und Budenheim gewesen. „In allen anderen Partien, die wir verloren hatten, waren wir nicht schlechter, hatten aber zu viele Fehler gemacht“, analysiert der HR-Coach die Spiele ohne Punkte. Überhaupt seien die Vielzahl an technischen Fehlern sowie eine zum Teil ausbaufähige Wurfquote wie ein roter Faden in der Hinrunde zu beobachten gewesen.
Franck übernimmt Verantwortung
Das soll sich in der Rückrunde ändern. Ein erster Schritt in die richtige Richtung war schon in den letzten beiden Spielen zu erkennen. Dafür sorgte auch Tarek Franck, der sich im Laufe der Saison enorm gesteigert hat. „Tarek ist von Spiel zu Spiel gewachsen und hat viel Verantwortung auf dem Spielfeld übernommen“, lobt Kerber den Regisseur. Überhaupt sei bei fast allen Spielern eine positive Entwicklung zu erkennen. Dass keiner seiner Spieler unter den besten 15 der Torschützenliste zu finden ist, beunruhigt ihn nicht. „Wir sind sehr ausgeglichen und haben gute Spieler, die auch das Auge für den Nebenmann haben“, betont Kerber.
Auch deshalb schaut er recht optimistisch auf die zweite Saisonhälfte. „Unser Ziel ist ganz klar, uns für die eingleisige Verbandsliga zu qualifizieren“, so Kerber. Dazu muss die HR Vierter in der Endabrechnung werden. „Wenn wir verletzungsfrei bleiben, ist das absolut drin“, so Kerber, der sich ab Januar über einen Neuzugang freuen darf. Silas Rogawski trägt dann das Trikot der „Wölfe“, wie es schon früher seine Eltern und Geschwister getan haben. Er kommt von der HSG Eckbachtal, wo er eine Liga höher spielte und dort durchschnittlich mehr als fünf Treffer pro Partie erzielte. „Silas wird uns sicherlich noch ein Stück voranbringen“, freut sich Kerber auf den Neuzugang.
Erstes Spiel am 17. Januar
Seiner Mannschaft gönnte Kerber bis zum Jahreswechsel eine trainingsfreie Zeit, ehe die Vorbereitungsphase auf das erste Rückrundenspiel am 17. Januar gegen Nieder-Olm beginnt. Ein oder zwei Testspiele plant Kerber, bei denen er den Fokus auf die Abwehrarbeit legen möchte. „Da müssen wir noch griffiger werden“, fordert Kerber, der sich im Laufe der Hinrunde sehr über die Unterstützung der Zuschauer gefreut hat. „Wir sind immer noch eine junge Truppe und brauchen noch unsere Zeit. Aber es ist sehr schön zu sehen, wie uns unsere Fans unterstützen und die Halle vollmachen“, lobt der Spielertrainer die Stimmungslage im Umfeld der „Nordpfälzer Wölfe“.
Text: Michael Hehn
Foto: Juri Tromsdorf